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Wieder im Maudacher Bruch

Am Montag war ich wieder im Maudacher Bruch, diesmal habe ich einem Freund dieses schöne Landschaftsschutzgebiet gezeigt. Der Freund ist malade, war an dem Tag auch nicht so fit (wollte aber auf jeden Fall mit), sodass wir "nur" um den Jägerweiher gegangen sind.

Jägerweiher
Der Jägerweiher im Maudacher Bruch.

Es war ein wunderbarer Tag, nicht zu heiss, nicht zu kalt, und der Freund hat nur so gestaunt über die friedvolle Atmosphäre dort. So etwas hätte er mit Ludwigshafen nicht verbunden, meinte er.

Zwei Boote.
Zwei Boote am Ufer des Jägerweihers.

Wir haben beide Fotos gemacht, aber er hat sich beim Durchsehen seiner Bilder hinterher geärgert, dass die Atmosphäre auf seinen nicht rüberkam. Aber so ist das, wenn man zum ersten Mal an einer Location ist, dann kommt auf den Bildern die Atmosphäre nicht so rüber. Ein guter Grund, nochmal hinzugehen. (Als ob es sonst keinen gäbe!)

"nur" schön, mehr nicht

Gestern hatte ich es mit einem Freund über Fotografien und Fotografen und Verkaufen der Fotos und sind dann auf die Fotografien einer Bekannten zu sprechen gekommen, die schöne Fotos macht.
Ja, schön sind sie, aber mehr nicht. Nett halt. Weder interessant noch spannend noch ... Ihr reicht das.
Ich hatte sie vor Jahren mal gefragt, was für Feedback sie sich wünscht. Feedback, mit dem man was anfangen kann, mit dem man arbeiten kann, an dem man wachsen kann? Sie meinte, "schön" würde ihr reichen.
So sehen die Fotos auch aus, schön eben. Keine Entwicklung gewünscht.

Da ticke ich anders. Ich lese doch immer wieder bei David duChemin, und passend zu dieser Attitüde finde ich seinen Podcast über Without the Gargoyles (ohne die Wasserspeier). Sie stehen bei ihm stellvertrend für die meist negativen Gesetze, die wir im Kopf haben (vielleicht auch von anderen ausgesprochen), und die unsere Kreativität massgeblich beeinträchtigen. Mir scheint, die hemmen nicht nur unsere Kreativität, sie hindern uns allgemein am Wachsen und an unserer Entwicklung.

Am Beispiel: "Schön" klingt positiv, aber es wird nicht hinterfragt. Ist das möglicherweise ein Relikt aus weiblicher Sozialisation? Schön zu sein, dekorativ zu sein, aber nichts zu hinterfragen?
Ich weiss nicht, ob das auf diese Fotografin zutrifft. So gut kenne ich sie nicht. Auch wenn es stimmt, dass sie der erzkonservativen Szene zuzuordnen ist.

Für mich heisst dieses Beispiel: Ich kann ruhig munter drauflosfotografieren, mich entwickeln und meine Fotos zur Schau stellen. Sie sind nicht schlechter als die der Fotografen, die ihre Fotos sogar verkaufen.
Ich dachte immer, die Fotografie sei so ein schlimmer Markt, weil so viele Leute fotografieren und schöne Bilder machen. Dass es zwischen "schön" und "schön" massive Unterschiede gibt, das war mir nicht klar.