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Schnappschussfotografie

Nachdem ich nun ein neues Smartphone habe, probiere ich auch die Kamera aus. Zur Zeit haben wir schönes Wetter, das sagt nicht viel aus. Tolle Bilder bekommt man bei diesem Wetter. Die Kamera ist schnell gezückt und reagiert schnell, man kann auch gut zoomen. Im Makrobereich liegt eine Stärke, wenn ich sie mit meiner normalen Knipskiste vergleiche. Aber so soll es eigentlich auch sein. Mit Smartphones werden gerne Texte abfotografiert, das können sie gut.

Letztens wollte ich unter ein bisschen "extremeren" Bedingungen knipsen und habe mir die Abenddämmerung ausgesucht.
Ergebnis: Der Himmel war zu hell. Selbst als die Sonne schon untergegangen war, war der Himmel auf dem Foto noch zu hell.

Mit einem Kollegen habe ich mich ausgetauscht, dass man noch einiges manuell einstellen könne bei der Knipserei mit dem Smartphone (ISO-Wert etwa). Erst dachte ich, ich mach's. Dann dachte ich: Was für eine Spielerei! Und dann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Smartphonefotografie Schnappschussfotografie ist. Dafür machen die Dinger verdammt gute Fotos. Wer mehr will, muss in die Tasche greifen und sich eine ordentliche Kamera zulegen.

Andere sehen das offenbar anders. Heute nacht bin ich auf Fotografen-Webseiten rumgesurft, da wurden immer wieder Workshops und Seminare zu Smartphone-Fotografie angeboten. Es war u. a. die Rede von passenden Apps, die dabei vorgestellt würden.

Huiuiui, war ich vllt. ein bisschen voreilig mit meiner Meinung? Andererseits: Der Sensor einer Smartphone-Kamera z. B. ist klein. Was an Information nicht da ist, ist einfach nicht da (alte Weisheit aus der Nachrichtentechnik).
So bleibe ich erstmal dabei: Smartphonefotografie ist Schnappschussfotografie.

Fotoauswahl: Fotos erstmal liegen lassen

Der Fotograf David duChemin, den ich im vorigen Posting erwähnt habe, hat ein eigenes (schönes) Blog, das er rührend betreibt. Ich habe ein bisschen reingelesen, doch es sind so viele Kommentare, da komme ich nicht ganz durch.

Ein Kommentator, Terry mit Namen, schreibt in seinem Kommentar als es um Fotoauswahl geht:

Haven’t been through the photographs yet, I’m waiting until I can’t remember what is outside the frame, it’s what’s within the frame that’s important (might be a good title for a book?) and I want the photograph to have its own voice, not the one I had when I took the shot.

Ja, das habe ich auch schon gemerkt, dass ich einen ganz anderen Blick auf meine Fotos habe, wenn sie eine Weile gelegen sind. Was ich dann alles für sehenswert und ausgrabenswert halte (oder auch nicht)!

Terry spricht das an, was auch im Buch "Eins reicht." angesprochen wird: Bilder entstehen aus einem Kontext heraus, den der fremde Betrachter, nicht kennen kann. Sebastian H. Schroeder redet vom "Repertoire" des Betrachters, aus dem heraus dieser ein Bild interpretiert.
Ich gehe mit Terry. Wähle ich meine Bilder gleich nach dem Shooting aus, habe ich noch viel zu viele Eindrücke aus dem Shooting selbst, das ganze Repertoire. Das verschwindet, wenn ich die Bilder erstmal liegen lasse, sodass nach einer Weile weniger mein Repertoire, sondern das Bild selbst spricht.

Ausschnittsuche beim Fotografieren

Das war für mich lange Zeit der Knackpunkt: Wie finde ich einen guten Ausschnitt des Abzulichtenden? Denn das Auge sieht anders als die Kamera. Es hat mich sehr unsicher gemacht.
Dann habe ich den goldenen Schnitt und die Drittelregel entdeckt und habe mich v.a. (dank der Einstellmöglichkeiten der Kamera) sklavisch an die Drittelregel gehalten. Ich wurde nicht gerade zufriedener mit meinen Fotos, denn die Drittelregel ist doch recht leblos. Z. B. liess sie bei mir oft viel freie Fläche übrig.

Nun lese ich zwei Fotobücher gleichzeitig, die mir weiterhelfen:
- David duChemin: Sehen und gestalten
- Sebastian H. Schroeder: Eins reicht.

Das erste ist ein dicker Schinken, zusammengesetzt aus zwei Publikationen des Fotografen. Ich habe es schon ein paar Jahre und bin nie ganz durchgekommen damit. Kein Wunder, zwei Bücher in einem, das ist sehr gehaltvoll.
Irgendwo da drin schreibt der Autor, dass er, als er auf die Drittelregel verzichtete, sich in seiner fotografischen Entwicklung herausmachte. Das war mir Ansporn, gesagt habe ich es niemandem (die Drittelregel ist eine heilige Kuh). Ich habe dann nach Gusto den Ausschnitt gewählt, wobei ich gemerkt habe, dass ich besser durch den Sucher blicke als aufs Display. Aus irgendeinem Grund werden dann meine Bilder ansprechender.

Nun lese ich beide Bücher (das erste wieder, das zweite zum ersten Mal) und stelle fest: Das mit dem richtigen Ausschnitt, das ist eine der Grundfragen der Fotografie. Traut sich denn niemand, die zu stellen, zuzugeben?

Im ersten Buch hilft mir gerade weiter: Die Aussage klar herausarbeiten, alles aus dem Bild weglassen, was nicht dazugehört.
Im zweiten Buch: Es gibt nicht das beste Foto, es gibt nur das passende.

So werde ich fürs erste weitermachen. Speziell in "Sehen und gestalten" steht so viel drin, das kann ich nur nach und nach lernen, im Schneckentempo.

Ein Freund hat Krebs und die Folgen.

Zunächst: Es hat sich als ein Tumor herausgestellt, der sich wohl - trotz Metastasen - oft heilen lässt. Der Freund ist ein lieber Kerl, der gerne lebt und es wäre schon seltsam, wäre er auf einmal nicht mehr da.
"Lieber Kerl": Das hört sich so nett an. Es ist schon einer mit Ecken und Kanten, aber in der Hauptsache ein lieber Kerl. Unter dem Eindruck des Tumors (samt Metastasen und ja, er hat ziemlich Schmerzen) und der Medikamente wandelt er sich nicht gerade zum Guten. Sagen wir so: Es wechselt. Ich habe ihn heute wieder getroffen, da war er ein netter Kerl. Gestern sah das anders aus. Gestern hatte er zuviel von seinen Schmerzmitteln (Opiate) geschluckt und war sozusagen "high" davon. Er sagte, er würde schweben. Einen Dickschädel hat er neuerdings, eine Sturheit, ein Eigensinn, die nicht bekommen. Pampern muss man ihn, ständig will er umsorgt werden. So richtig erschreckend sind die Ausfälle seines Kurzzeitgedächtnisses. Sonst war das immer sehr gut, mittlerweile geht es rasant bergab.

So weit, so schlecht. Es lässt mich allerdings die finale Krebserkrankung, an der meine Mutter gestorben ist, besser einschätzen. Ich hatte mir ja so ins Hemd gemacht, was mit der Frau los war. Ich wusste nichts von dem Krebs, sie hatte es allen verschwiegen (ehrlich: Krebs kann man nicht verschweigen). Die Sozialarbeiterin des Krankenhauses, die mich im finalen Stadium angerufen hatte, hatte mir gesagt, dass Krebs den Menschen verändert. Darunter konnte ich mir nicht so recht was vorstellen, aber ich liess es so stehen. Heute sage ich, es dürfte nicht allein der Krebs an sich sein, es sind wahrscheinlich auch die Medikamente (darunter kann ich mir was vorstellen). Und so verliert jetzt das Lebensende meiner Mutter seinen Schrecken. Dieser Schrecken hatte mir reichlich in den Knochen gesessen.

Handyregeln

Dieser Tage habe ich mir nach langer Zeit ein Smartphone zugelegt. Nach dem Aussuchen, Kaufen und der Tarifauswahl geht es nun an die Auswahl und Installation der Apps. Beim Messenger bin ich mir noch unschlüssig. Ich finde es schon nobel, SMS-Flat zu haben! Das hat man heutzutage. Jetzt weiss ich, wieso die Leute alle so lange SMS schreiben können. Ich konnte das mit meinem alten Tarif nicht.

Also, Hin und Her mit den Apps, besonders dem Messenger. Meine ich so zu einem Freund, dass ich um WhatsApp wohl nicht drumrum kommen werde, weil ich mindestens zwei Gruppen weiss, in die ich reingehöre, bei denen die Mitglieder diese WhatsApp-Gruppen zum Organisieren nutzen. Spasseshalber sagte ich noch zu ihm, dass das Smartphone dann wohl dauernd "Pling, Pling!" machen würde. Woraufhin er meinte:

Dein Handy, Deine Regeln!

Den Spruch muss ich mir merken: Mein Handy, meine Regeln. Gibt es doch immer mal wieder Leute, die einem (nicht nur mir, auch anderen) vorreden wollen (und am besten noch auf anderer Leute Handy herumpfuschen, wenn man nicht aufpasst), was sie alles mit ihrem Handy zu tun und zu lassen haben.

Mein Handy, meine Regeln! Basta!