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Mann mit Teddy unter Obercoolios.

Letztes Wochenende rief mich ein bedröpselter Freund zu sich ins Café. Einer seiner Freunde hatte Suizid begangen, mit einer Bekannten hatte er sich verkracht und sein bester Freund war auf Besuch in der Heimat, ergo nicht da. Der bedröpselte Freund klang sehr bedröpselt. Bin ich also zu ihm ins Café.

Er hatte noch einen anderen Freund von sich zu sich ins Café gerufen, den Mann mit Teddy. Er kam einige Zeit später in dieses Café, in dem einige Obercoolios verkehren. Krasse Gegensätze. Er sieht schon deutlich derangiert aus, gezeichnet von der Krankheit, diesmal hatte er seinen geliebten Teddy dabei, abgeknuddeltes Teil, mit dem er auch im Café spach und es herzte.

Die Bedienung war zu ihm genauso entgegenkommend wie zu den anderen auch, was ich toll von ihr fand. Mir selbst brach es eher das Herz, diese Zerstörung vor Augen, die psychische Kranheiten mit sich bringen können. Nicht immer fällt es heftig aus, aber der Mann mit Teddy lebt in einem Heim für schwer psychisch Kranke. Viele dort sind angeblich so sediert, dass sie kaum etwas mitbekommen. Eine Freundin war mal so schockiert davon, sodass ihr jemand mit Einblick erklärte, dass so mancher der Bewohner dort diese starke Sedierung lieber hätte als dass der Film mit was auch immer im Kopf abginge.

Daneben dann die Obercoolios, die Hypergestylten, unter denen man sich auch ohne Mann mit Teddy als Gegensatz schon nicht mehr so wohl fühlt, denn gesund kann das auch nicht sein.

Bestes: with or without You

Noch mehr Schmonzette, diesmal ohne Worte, dafür mit Flamenco-Gitarre. Die cover version von with or without You von U2. Gespielt von Café del Mundo, gefällt mir besser als das Original. Könnte ich auch rauf und runter hören.
Es stammt aus ihrem Corona-Konzert in Buchen vor zwei Jahren, war der Opener. (Mit diesem Konzert habe ich die beiden kennengelernt.) Später im Jahr hatte ich das dann live gehört, auch als Konzert-Opener, bei einem Konzert, in dem ich leibhaftig mit zwei Freundinnen war. Hach!

Und jedes Gesicht ist schön.

Dieser Tage höre ich mal wieder die "very elastic band" Choir!Choir!Choir! auf Youtube. Der Ausdruck "very elastic band" stammt aus dem TEDx-Toronto-Event, bei dem sie aufgetreten sind (hier das Filmchen auf Youtube).
Es ist Rudelsingen, aber wie! Die bringen ganz schön was aufs Parkett. Vieles davon hört sich sehr gut an. (Nicht einfach gut, sondern sehr gut.) Bonnie Tylers Total eclipse of the heart zum Beispiel. Zu ihrer rauhen Stimme passen diese eher ungeschulten, bunt gemischten Rudelsinger. (Die Adaption von Bryan Adams' "The summer of 69" dagegen gefällt mir nicht.)
Aber nicht nur, was stimmlich rüberkommt. Wie schön sie alle aussehen! Jedes Gesicht. Sie strahlen, leuchten von innen heraus. Sind ganz beim Singen, in freudiger Erwartung dessen, was da kommt, was sie da erleben. Es ist toll!

Es gibt noch andere Aufnahmen anderer Rudelsingformationen, aber sie kommen alle nicht so gut wie die von Choir!Choir!Choir!

Lindor ist keine Sünde wert.

Zu Weihnachten habe ich eine Packung - so eine grosse Schachtel - Lindor geschenkt bekommen. Oh, die Dinger sind schlimm! Aussen Schokolade, innen Schokocreme, sehr verführerisch. Man isst sie unkontrolliert. Fett, Zucker, viel. Das ist keine Sünde wert.

Einen Freund habe ich gebeten, mir die Dinger nicht mehr zu schenken (ich kaufe sie mir nie, bekomme sie geschenkt). Er hat es trotzdem wieder gemacht. Ich habe sie wieder angenommen und gegessen. Das nächste Mal werde ich sie weiterschenken. So geht das nicht.