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Jeder Wetterbericht sagt was anderes.

Für heute war Regen angesagt. Soweit waren sie sich alle einig. Aber nicht, wann es regnen sollte. War beim einen gerade trocken, schüttete es beim anderen. Ich wollte aber schon genauer wissen, wann ich mit Regen zu rechnen hatte, denn heute streikt der ÖPNV. Ich kann zwar eigentlich mit dem Fahrrad zur Arbeit, aber so ganz uneigentlich habe ich keine Regenklamotten. Einen (sogar mehrere) Regenschirm habe ich, doch fahre mal eine sicher Fahrrad mit geöffnetem Regenschirm in der Hand.
Also bin ich zu Fuss zur Arbeit, aus Sicherheitsgründen.
Hätte ich mir sparen können, es hatte die ganze Zeit nicht geregnet.

Auf der Suche nach der Kopfschmerzursache

Heute bin ich - wie es mir immer mal wieder passiert - mit Kopfschmerzen aufgewacht. Doch diesmal dachte ich, ich sei dem Übel auf den Grund gekommen: Zu wenig getrunken. Denn ich war in der Nacht trockenen Halses aufgewacht und selbst dann hatte ich nicht ausreichend getrunken (müde, wie ich war).

Also, Tante Gugel in Schwung setzen und nachforschen. Stellt sich heraus, dass der Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und mangelnder Flüssigkeit wissenschaftlich nicht belegbar sei! Ha, dabei hatte ich vorher nie von so etwas gehört, bin einfach von mir selbst ausgegangen. So unrecht werde ich dann mit dem Flüssigkeitsmangel nicht haben.

Weitergesucht. Anscheinend gibt es einen Zusammenhang zwischen Kopfschmerz und Hunger / nicht genügend gegessen. Ob dem bei mir so ist? Ich muss es mal beobachten.

Ich habe keine Migräne, so ein Schmerz ist es nicht. (Bin ich froh.) Aber lästig ist es allemal.

Ein Freund hat Krebs und die Folgen.

Zunächst: Es hat sich als ein Tumor herausgestellt, der sich wohl - trotz Metastasen - oft heilen lässt. Der Freund ist ein lieber Kerl, der gerne lebt und es wäre schon seltsam, wäre er auf einmal nicht mehr da.
"Lieber Kerl": Das hört sich so nett an. Es ist schon einer mit Ecken und Kanten, aber in der Hauptsache ein lieber Kerl. Unter dem Eindruck des Tumors (samt Metastasen und ja, er hat ziemlich Schmerzen) und der Medikamente wandelt er sich nicht gerade zum Guten. Sagen wir so: Es wechselt. Ich habe ihn heute wieder getroffen, da war er ein netter Kerl. Gestern sah das anders aus. Gestern hatte er zuviel von seinen Schmerzmitteln (Opiate) geschluckt und war sozusagen "high" davon. Er sagte, er würde schweben. Einen Dickschädel hat er neuerdings, eine Sturheit, ein Eigensinn, die nicht bekommen. Pampern muss man ihn, ständig will er umsorgt werden. So richtig erschreckend sind die Ausfälle seines Kurzzeitgedächtnisses. Sonst war das immer sehr gut, mittlerweile geht es rasant bergab.

So weit, so schlecht. Es lässt mich allerdings die finale Krebserkrankung, an der meine Mutter gestorben ist, besser einschätzen. Ich hatte mir ja so ins Hemd gemacht, was mit der Frau los war. Ich wusste nichts von dem Krebs, sie hatte es allen verschwiegen (ehrlich: Krebs kann man nicht verschweigen). Die Sozialarbeiterin des Krankenhauses, die mich im finalen Stadium angerufen hatte, hatte mir gesagt, dass Krebs den Menschen verändert. Darunter konnte ich mir nicht so recht was vorstellen, aber ich liess es so stehen. Heute sage ich, es dürfte nicht allein der Krebs an sich sein, es sind wahrscheinlich auch die Medikamente (darunter kann ich mir was vorstellen). Und so verliert jetzt das Lebensende meiner Mutter seinen Schrecken. Dieser Schrecken hatte mir reichlich in den Knochen gesessen.

Nach dem Tod befragen.

Manche Leute würde man gerne nicht einfach am Ende ihres Lebens befragen (vllt. den Umständen geschuldet, vllt. Starrsinn geschuldet oder sonst etwas ), sondern nach deren Ableben. Ob sie denn immer noch dahinter stünden, wie sie gelebt haben, was sie getan haben, was sie für Lebensmaxime hatten. Und so weiter.

Ob es das wirklich gebracht hat.

Nur: Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, wie sind wir dann? Wenn die irdischen Gebrechen fehlen, sind wir dann einsichtiger? Welche Gebrechen sind es denn, die dann fehlen? Bei Krücken kann man sich leicht vorstellen, dass die fehlen, aber bei psychischen Gebrechen, welcher Art auch immer? Und wie definiere ich diese Gebrechen?

Bin heute etwas trüber Stimmung und so denke ich an so Sachen. Meinen Vater würde ich gerne fragen, ob es das wirklich wert war, was er so gelebt hat. Die Hinterlassenschaften sind keine guten. War es das wert?

Geisterbahn und Gruselkabinett

Die Geisterbahn assoziiert so schön die Achterbahnfahrt, das Gruselkabinett die verstaubten, gruseligen Exponate.

Menachem beschreibt das in seinen eigenen Worten so:

Ich versuche „in Tagen wie diesen“ mit Vorsicht auf meine körperliche Unversehrtheit zu achten. Aus Rücksicht auf meine geistige Gesundheit habe ich mich aus allen Chats und Internetdiskussionen weitgehendst herausgenommen. Ich weiß im Moment nicht was die schlimmere Pest ist. Facebook, mit all seinem Shit und Verschwörungstheorien oder Corona. Und das, leider, meine ich nicht sarkastisch.

Beim ersten Lesen dachte ich noch, wie wohl ich es doch habe, dass ich so ein gutes Umfeld habe und da schon in anderen Tagen drauf geachtet habe. Aber auch in meine "heile" Welt schwappt der Grusel. Nicht von mir bestellt. Ich finde, Menachem hat so recht, auf seine geistige Gesundheit zu achten mit den Massnahmen, die er ergreift. Panik ist nicht konstruktiv, in der jetzigen Situation sowieso nicht.

Es gibt nicht nur die Chats und Facebook, es gibt auch noch (sonstige) Nachrichten. Da muss man abwägen, was man sich antut. Will man (über alles) informiert sein und zu welchem Preis?
Ein Bekannter von mir hat - schon seit längerem - die Push-Nachrichten vom Spon auf seinem Smartphone installiert. Er will informiert sein. Doch er ist eine ziemlich ängstliche Natur (was er nie zugeben würde). Man muss ihn zur Zeit (und nicht nur Zeit) immer wieder massiv beruhigen, Perspektiven aufzeigen, korrigieren. Auf Anraten, diese dämliche Push-Nachrichten abzuschalten, reagiert er beratungsresistent.
Vor einer Woche habe ich ihn zufällig an der Strassenbahn getroffen. Ich habe draussen gewartet, er war drinnen und wollte raus. Er hat mich nicht erkannt (entgegen seiner sonstigen Gewohnheit), er ist an mir vorbeigezischt. Voll im Film.

Ich denke mir, die Nachrichten werden noch massiv schlimmer werden. Man denke etwa an das Gesundheitssystem der USA, das fahrlässige Abwarten von Trump (grosse Sprüche und besonnenes Handeln sind zwei paar Stiefel). Nur ein Beispiel.

Gruselkabinett und Geisterbahn, wieviel will ich mir geben?